13.01.2010 CDU-Landtagsfraktion zu Besuch im Kinderreich

links: Die Mitglieder der
CDU-Landtagsfraktion waren bei der Besichtigung des „Kinderreichs“ ganz nahe an
den Kindern
rechts: Kultusminister Helmut Rau übt sich in der täglich angebotenen
Ballschule, links Bürgermeister Dieter Steinbrenner, rechts Staatssekretär Georg
Wacker
Eine Delegation der CDU-Landtagsfraktion besuchte das „Kinderreich“ in Zuzenhausen. Einen schwungvollen Auftakt gab es durch die Kinder mit dem Lied „Bin ich aufgewacht“ und dem Tanz zum Titel „Der Theo ist fit“. Bürgermeister Dieter Steinbrenner begrüßte die Teilnehmer und stellte in einem kurzen Abriss die Gemeinde vor. Zum „Kinderreich“ führte er aus, dass der von der Dietmar-Hopp-Stiftung finanzierte Kindergarten mit integrierter Bücherei in den vergangenen 18 Monaten errichtet wurde.
„Mit dem Kinderreich wurde ein weiterer Mosaikstein geschaffen, der das Schul-, Sport- und Kulturzentrum abrundet“ meinte Steinbrenner. Die Kooperation zwischen Schule und Kindergarten sei bisher mehr als gut gewesen und könne durch die räumliche Nähe noch verbessert werden. Kindergartenleiterin Ulrike Kraus führte die staunenden Besucher durch die einzelnen, sehr ansprechend gestalteten Räume. Neben den einzelnen Gruppenräumen wurden der Speisesaal mit Versorgungsküche, der Kernzeitraum, die Kinderküche, das Atelier, die Werkstatt, der Schlafraum, die Schreibwerkstatt und der Musikraum begutachtet. Momentan besuchen 80 Kinder die Einrichtung, die Zahl wird sich bis zum Juni dieses Jahres auf 89 erhöhen. An Nutzfläche stehen anstatt 450 qm im Kindergarten am Hubweg jetzt ca. 1.500 qm zur Verfügung.
In der anschließenden Diskussionsrunde informierte Frau Kraus darüber, dass der Orientierungsplan des Landes teilweise bereits umgesetzt worden ist. Momentan stehen zehn Erzieherinnen zur Verfügung, wobei sich acht davon freiwillig fortgebildet haben. Einmal pro Woche findet eine Kinderkonferenz statt, wobei sich die Kinder entscheiden können, was sie in darauf folgenden Woche gerne tun möchten (z.B. im Werkraum arbeiten). Donnerstags sind die Kinder beim Waldtag ständig außer Haus. Schwerpunkte im „Kinderreich“ liegen in der Bewegung (tägliches Angebot einer Ballschule), den Naturwissenschaften und der Sprache. Die Vorgaben des Orientierungsplanes werden umgesetzt durch beobachten und dokumentieren (Portfolio für jedes Kind) und eine Erziehungspartnerschaft mit den Eltern mittels verschiedenen Aktionen wie Gesprächen, Hausabenden und Festen.
Außerdem wird die Kooperation mit der naheliegenden Häuselgrundschule groß geschrieben. Alle Aktivitäten werden gemeinsam organisiert, teilte Rektor Johann Schramm mit. Höhepunkt ist dann jährlich die große Einschulungsfeier in der Häuselgrundhalle. Der Orientierungsplan solle als roter Faden für die Kindergarten-Arbeit dienen stellte Kultusminister Helmut Rau heraus. „Er ist das pädagogische Konzept eines Kindergartens und bietet die Vorgabe für eine sinnvolle Gestaltung der Arbeit, ist aber kein Gesetz und muss auf die Notwendigkeiten vor Ort angepasst werden“ informierte Rau. Der Plan genieße bereits eine hohe Akzeptanz. Die einzelnen Vorgaben können aber nach Meinung von Kindergartenleiterin Kraus nur dann erfüllt werden, wenn die Erzieherinnen genügend Motivation an den Tag legen und auch einen Teil ihrer Freizeit z.B. für Fortbildungen opfern. Staatssekretär Georg Wacker bemerkte, dass der Plan nichts völlig Neues ist, sondern auf der bisherigen erfolgreichen Arbeit basiert und mit neuen Ideen angereichert wird. „Kein Kindergarten ist in der Lage, diesen zu 100 % durchzusetzen“ meinte Wacker.